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Sara schreibt.

Leichtigkeit? Uff.

Autorenbild: Sara Dallmann
Sara Dallmann
26. Okt.
3 Min. Lesezeit

Über Anpassung, Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Unbeschwertheit.

Früher hatte ich regelrecht Angst vor ihr. Unerreichbar schien sie mir. Als handele es sich um einen Wesenszustand, der mir nicht vergönnt war. Eine Art Exklusivclub, dessen Zugang mir verwehrt blieb: Diese Unbeschwertheit, das Vertrauen in den Moment. Die Fähigkeit, das eigene bloße Sein spielerisch, absichtslos fließen zu lassen. Eine scheinbar mühelose Verbundenheit mit sich selbst und der Welt. – Leichtigkeit.

Seit ich denken kann. Sobald ich die Tür meines Zuhauses hinter mir schloss, ein paar Schritte lief und auf andere Kinder traf. Im Kindergarten, in der Schule. Sie war überall. Und immer schon vor mir da. Während offenbar alle anderen sie liebten, nicht genug von ihr bekommen konnten, sie feierten, stand ich stumm vor ihr. Ich kannte sie nicht. Fand sie wuchtig, laut. Vor allem fordernd. – Ich beobachtete die anderen Kinder, ihre Mühelosigkeit. Und ahmte sie nach. Machte mit. Ich lachte, spielte, malte, tanzte, konstruierte. So als ob. Richtig gut wurde ich darin. Es war meine Form der Mimikry. Ich streifte die Leichtigkeit über mich wie die harmlose Schwebefliege, die das weiche pelzige Kleid der Hummel annimmt, um im Trubel unbemerkt und sicher mitzufliegen.

Unter dieser Tarnung, direkt unter dem gelb-schwarz gestreiften Mantel: Meine Wirklichkeit. Wachsamkeit. Sorgen, Beobachten, (Be)rechnen. Am Ende immer mit dem Schlimmsten.

Ich mochte mein Hummel-Outfit. Nicht nur hat es mir Zugang gewährt zu einer Welt, die nicht meine war. Auch hat es mich in ihr sicher, unbeschwert und zugehörig wirken lassen. Manchmal so sehr, dass ich Eigenschaften der Hummel in mein eigenes überschaubares Repertoire überführen konnte. Oder vergaß, wer ich eigentlich war.

Es gab auch andere Tage. Tage, an denen ich sehr wusste, keine Hummel zu sein. An denen ihr Pelz mich zerdrückte. An denen ich vergebens hoffte, unter den Streifen manch anderer Hummeln andere Schwebefliegen zu finden. Wo ich einsam war.

Lange habe ich geglaubt, die Leichtigkeit sei eine Art Zustand, den ich noch erwerben müsse. Den ich irgendwann in Folge analytischer Beobachtung, Auswertung, geleisteter Anpassung den Meinen nennen werde. Eine Art Metamorphose. Schwebefliege zu Hummel. Oder sowas. Auf jeden Fall etwas, das ich wirklich wollte. –

Im Laufe meines Lebens war ich an unterschiedlichen Orten. Mit unterschiedlichen Menschen. Habe mein Zuhause verlassen und ein neues gefunden. Meine Freund*innen sind Löwen, Oktopoden, Füchse und Glühwürmchen, meine Nachbar*innen Schneeleoparden, Eulen, Albatrosse. Wenn ich einkaufen gehe, treffe ich auf Erdmännchen und Nachtfalter. Auch Hummeln sind dabei. Und Schwebefliegen.

Keine*r von ihnen ist nur das. Manch ein Löwe ist manchmal ein Glühwürmchen. Mancher Nachtfalter eine Hummel. Und vermutlich steckt in ziemlich vielen Hummeln irgendwo eine Schwebefliege.

Heute weiß ich, wer ich bin. Wer ich sein möchte. Verstehe, warum ich mich damals wie eine Schwebefliege gefühlt habe. Bin mir selbst unendlich dankbar, das Hummel-Outfit gefunden und an den richtigen Orten übergestülpt zu haben. Und es heute nicht mehr zu benötigen. Immer wieder Momente der Leichtigkeit zu finden.

Manchmal stelle ich mir vor, wie ich den Schrank öffne und es gleich sehe. Wohl gepflegt auf dem Kleiderbügel. Die flauschigen Streifen, glänzend und schön gepufft. Ich würde es über mich streifen und beschwingt durch den Tag fliegen. Daneben könnte ich mir sehr gut ein Tiger-Outfit vorstellen. – Wer weiß, wofür es gut ist.

Welches Kleid streifst du dir im Alltag am häufigsten über – und wer bist du, wenn du es am Ende des Tages auf den Bügel hängst?

Vielleicht möchtest du deine eigenen „Outfits“ etwas genauer betrachten. Verstehen, wie sie entstanden sind, wofür du sie gebraucht hast und welche davon heute noch zu dir passen. Vielleicht gibt es auch welche, die du gerne abstreifen würdest. Oder ganz neue, die du einmal ausprobieren möchtest.

In meinem Leben mache ich immer wieder die Erfahrung, wie wertvoll es sein kann, mit solchen Fragen nicht allein zu bleiben. Sie mit anderen zu teilen, gemeinsam hinzuschauen, Zusammenhänge zu entdecken und neue Perspektiven zu entwickeln.

Genau dafür biete ich dir in meinem Life-Coaching oder Business-Coaching einen sicheren Raum. Hier geht es um dich, deine Themen, Gedanken und Gefühle, deine Geschichte und die damit verbundenen Dynamiken. Gemeinsam schauen wir, was dich beschäftigt, was du verändern möchtest und welche neuen Perspektiven und Schritte sich für dich stimmig anfühlen. Vielleicht entsteht dabei auch Raum für mehr Leichtigkeit in deinem Leben.  

Wenn du Lust auf eine feinfühlige und professionelle Begleitung hast, freue ich mich riesig. Schreib mir einfach eine Nachricht.

Sara Dallmann läuft lächelnd durch die Natur.

Ich bin Sara, Coachin für Frauen & FLINTA*. Für mich gibt es nichts Erfüllenderes, als Menschen in ihren Themen, bei persönlichen Veränderungen, beruflichen Umbrüchen und insgesamt auf dem Weg zu mehr Klarheit, innerer Sicherheit und Selbstvertrauen zu begleiten.

Ich liebe kluge Fragen, gemeinsames Denken und tiefes Fühlen. Biografische und gesellschaftliche Kontexte miteinzubeziehen. Und dabei immer auf dem Boden der Wissenschaft zu bleiben.

Ich lebe in Bergen (Norwegen) und würde mich richtig freuen, dich und deine Themen im Online-Coaching kennenzulernen.

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