Die Fragen bleiben.
- Sara Dallmann

- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Auch in Bezug auf mein eigenes Leben prüfe ich immer wieder: Was beschäftigt mich gerade? Welche Themen sind es, die innerlich auf mich warten? Die oft nicht nur Gehör suchen, sondern auch andere Ausdrucksformen in mir finden wollen. Es sind viele und sie lösen sich ab. Früher dachte ich, die Fragen des Lebens stünden in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zum Alter: Je mehr Jahre dazukommen, desto mehr Fragen und Lebensthemen lösen sich in Wohlgefallen auf. Jetzt bin ich 46 und weiß: Jedes bearbeitete Thema in mir verweist auf mindestens drei weitere Themen.
Und sie – die Themen – haben Recht. Ihre Quellenverweise basieren auf einer 46-jährigen, komplexen Biografie in einer hochkomplexen, dynamischen Welt. Ihre Existenz bedarf keiner weiteren Rechtfertigung.
Ich schenke ihnen Aufmerksamkeit – und damit mir selbst. Akzeptiere, dass ich in meinem Leben immer in einer Suchbewegung sein werde. Die mich, vorbei an zahllosen Erkenntnissen, begleitet von einer immensen Palette an emotionalen Nuancen, schließlich finden lässt. Fast immer: mich selbst.
Um dann die Suche fortzusetzen.
In meinem Leben wird mir immer wichtig sein, mich selbst in diesem, meinem Da-Sein, in dieser Welt stehend, besser zu verstehen. Und damit das Leben selbst zu begreifen. So gut, wie es mir in meiner Lebenszeit gelingen kann. Und ich kann sagen: Das Glück, das in diesem Verstehen und Begreifen liegt, übersteigt alles, was ich in meinem Leben je zu hoffen gewagt habe.
Dass ich nun auch noch beruflich einen Beitrag dazu leisten darf, andere Menschen in Bezug auf die für sie wichtigen Themen zu unterstützen, erfüllt mich mit unendlicher Freude und Dankbarkeit. Nicht zuletzt begreife ich auch durch ihre Fragestellungen, Perspektiven, Erfahrungen und Lösungen das Leben auf tiefere Weise.
Manchmal, wenn die Suche zäh wird und die Fragen in mir unerbittlich werden, dann suche ich Trost in einem Auszug aus Rainer Maria Rilkes „Briefen an einen jungen Dichter“ (1903):
"Man muss Geduld haben
gegen das Ungelöste im Herzen
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein."
„Die Fragen selber lieb zu haben“ und „alles zu leben“ – das wünsche ich mir und bin froh, dass es mir manchmal und immer häufiger gelingt.

Und wie geht es dir mit den ungelösten Fragen? Steckst du gerade in einer zähen Suchbewegung fest oder möchtest deine eigenen Lebensthemen besser begreifen?
Wenn du dir auf deinem Weg eine feinfühlige und professionelle Begleitung wünschst, bin ich gerne für dich da. Lass uns deine Fragen im Life-Coaching oder Business-Coaching gemeinsam bewegen.
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