Warum ich meinen Schreibtisch liebe.
- Sara Dallmann

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Ich liebe Schönheit. In allen Formen. Die Schönheit von Bäumen, Steinen, Galaxien, die Schönheit in menschlichen Begegnungen, der Geometrie, komplexer Musik, klarer Gedanken und Erkenntnisse, die Schönheit von Sprache und die, die sich kaum benennen lässt, weil sie etwas Flüchtiges hat, vielleicht ein verbindender Blick oder ein unverhofftes Gefühl von Geborgenheit.
Umso weniger verwundert es vermutlich, dass ich auch schönen Gegenständen nicht abgeneigt bin. Um nicht zu sagen: Sie interessieren mich sehr. Seit ich denken kann, fasziniert mich die Schönheit von Dingen, ihre Formen, Farben, das Material und, falls sie eine haben, ihre Funktion. In meiner Wohnung finden sich unzählige, wie ich finde, äußerst schöne Dinge.
Lange war mein Wunsch nach schönen Dingen mit einer gewissen Scham verbunden. Die Scham hatte viele Argumente und in ihrer Erzählung wurde ich zu einer oberflächlichen, dem Kapitalismus frönenden bis hin zu geschmacklosen (denn wer bestätigt eigentlich die Schönheit meiner Dinge?), bemitleidenswerten Person. Eine, die das wirklich Wichtige im Leben übersieht.
Bis ich angefangen habe, mich mit dem Thema der Schönheit in Dingen zu beschäftigen. Dabei stieß ich auf ein Buch (für dessen inhaltliche Schönheit ich übrigens kaum Sprache finde): „Der Trost der Schönheit“ von Gabriele von Arnim. Darin schreibt sie:
„Ich brauche Schönheit. Den Trost der Schönheit. Denn, wenn ich Schönheit sehe, höre, lese, spüre, dann glaube ich an Möglichkeiten, an Wege, Räume, Purzelbäume.“
Und weiter: „Schönheit kann uns den Mut geben, Neues zu wagen, oder die Kraft, Unveränderbares zu ertragen.“
Schönheit tröstet und ermöglicht. Ich erlebe das sehr intensiv und erlaube mir, inzwischen ohne Scham, diese auch und gerade in meiner Wohnung zu beheimaten. Nicht zuletzt an den Orten, an denen ich sehr viel Zeit verbringe: zum Beispiel an meinem Schreibtisch.
Ich kann von ganzem Herzen sagen: Ich liebe meinen Schreibtisch. Nichts an, auf oder über ihm ist pragmatisch. Jeder Gegenstand weist weit über seine klassische Funktion hinaus. Mein Schreibtisch heißt mich willkommen, seine Gegenstände erzählen mir von einem Leben, das von Hoffnung und Zuversicht geprägt ist, von Freiheit, Kraft und Sanftheit, von Lebendigkeit und Respekt.
Dem, dessen ich mir gewiss sein will in dieser Welt, die so vieles Anderes bereithält. Und dem, dessen ich mir sicher sein möchte, wenn ich zusammen mit meinen Klient*innen in ihre Themen, Fragestellungen, Gedanken und Gefühle eintauche. Mit ihnen auf die Suche gehe nach ihren Antworten und Lösungen.
Da sehe ich auf der linken Seite meine NASA-Women aus Lego: Margaret Hamilton, Mae Jemison, Sally Ride und Nancy G. Roman. Diese Frauen verkörpern für mich die intellektuelle Unbeugsamkeit und die Lust an der Komplexität. Sie sind eine tägliche Erinnerung daran, dass FLINTA* schon immer mathematische Welten und Galaxien vermessen haben.
Vor meinem Bildschirm steht ein leuchtend oranger Tischkalender mit gerippter Kunststoffoberfläche. Jeden Morgen stelle ich Wochentag, Datum und Monat von Hand um – eines der kaum mehr vorhandenen analogen Rituale in meinem Leben. Jeden Tag ein neuer Wochentag, ein neues Datum. Ein Geschenk, das ich bekomme und das mir sehr bewusst ist. Unsere Leben sind so kostbar. Und Orange meine Lieblingsfarbe.
Auf der rechten Seite steht eine Schneekugel. Sehr schlicht auf einem schwarzen quadratischen Block. In der Schneekugel befindet sich ein Eisbär auf einer angedeuteten Eisscholle. Die Sanftheit des Schnees berührt mich. Seine luftige Struktur schluckt jedes Geräusch und hüllt die Welt in eine messbare Stille. So sanft möchte ich mir selbst begegnen mit all meinen Themen, Fragestellungen, und dem Ungeklärten in mir. Manchmal, vor allem wenn ich mich selbst nicht leiden kann, hebe ich die Schneekugel hoch und lasse sie schneien.
Mein Schreibtisch ist für mich kein funktional-pragmatischer Ort der Arbeit. Er ist ein Resonanzraum für das, was ich im Kern sein will. Für die, die ich auch im Coaching sein möchte. Und um mal von mir abzusehen: Ich glaube, die Gestaltung unserer Schreibtische und Arbeitsplätze kann vor dem Hintergrund von Schönheit einen großen Unterschied machen.
In diesem Sinne: Lasst uns die Schönheit auf unsere Schreibtische bringen und an ihr festhalten.

Welcher kleine, schöne Gegenstand auf deinem Schreibtisch könnte dich heute daran erinnern, wer du sein möchtest? Was erzählen die Dinge um dich herum? Ich bin gespannt auf deine Geschichte.
Wenn du dir auf deinem Weg eine feinfühlige und professionelle Begleitung wünschst, bin ich gerne für dich da. Lass uns deine Fragen im Life-Coaching oder Business-Coaching gemeinsam bewegen.
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